Eine-Welt-Kreis St. Vitus

(Sachausschuss für Mission, Entwicklung, Frieden, Ökumene)

Der Eine-Welt-Kreis hat im Jahr 2003 viel Vitalität gezeigt in:

Verkauf von Produkten aus Überseeländern;
Unterstützung der Ausbildung einer indischen Krankenschwester;
Friedensdiskussion und -gebeten aus Anlass des drohenden Irak-Krieges;
Vorbereitung und Teilnahme am Ökumenischen Kirchentag in Berlin zusammen mit der Friedensgemeinde Handschuhsheim;
Mitgestaltung des Missio-Sonntags 2003.

Die Verdoppelung der Verkaufstage für Waren aus Übersee hat einen erfreulichen Anklang gefunden. Wir konnten den Verkauf erheblich steigern. Es freut uns, dass wir damit mehr in der Lage waren, den Produzenten, die ja überwiegend am Existenzminimum leben, zu helfen. Wir danken unseren Käufern sehr für ihre Unterstützung. Wenn Sie noch nicht dazu gehören, überlegen Sie doch bitte, ob Sie nicht auch durch bewussten Einkauf praktisch und realitätsnah Überlebenshilfe an Menschen leisten möchten, die ihr Schicksal tatkräftig in die eigenen Hände nehmen.

Der Erlös aus dem Verkauf bildet nach wie vor einen Teil der Ausbildungshilfe für eine indische Krankenschwester. Der Kurs sollte an und für sich im Herbst diesen Jahres enden. Die Schwester hat jedoch die Möglichkeit zu einer weiteren Qualifizierung erhalten, die bis zum Herbst 2004 dauert. Dank einer Spende von Herrn Pfarrer Schneider und einer Kollekte im Gottesdienst der Friedensgemeinde am Pfingstmontag, die 744 erbrachte, und die Pfarrer Friederich uns zur Verfügung stellte, können wir auch diesen Abschnitt mitfinanzieren. Ebenso tragen die Spenden, die dafür immer wieder eingehen, dazu bei, den erforderlichen Geldbetrag zusammen zu bekommen.

Der drohende Friedensbruch durch die Vorbereitung eines Feldzugs im Irak hat uns sehr aufgewühlt und im Eine-Welt-Kreis zu eingehenden Diskussionen über die Schrecken und die Folgen eines Krieges geführt. Pfarrer Friederich und Pfarrer Schneider gaben an einem Info-Stand auf dem Handschuhsheimer Wochenmarkt Auskünfte über die Stellung der beiden großen Kirchen zur Kriegsgefahr. Der Eine-Welt-Kreis veranstaltete unter Beteiligung von Frau Bechtold zwei Friedensgebete, die gut besucht waren.

Eine wichtige Aufgabe sahen wir darin, zusammen mit der Friedensgemeinde den Gedanken des Ökumenischen Kirchentages leibhaftig in unseren Handschuhsheimer Kirchengemeinden umzusetzen. Nach mehreren Treffen fand am 17. Mai eine gemeinsame Einstimmung auf den Kirchentag statt, vom 28.-31. Mai fuhren wir dann zusammen nach Berlin und wieder zurück und am 10. Juni gab es ein Nachtreffen. Obwohl die Sichtweisen deutlich unterschiedlich waren, wuchs durch die Gespräche das Verständnis füreinander. Weitere gemeinsame Aktionen wie Kontakte zu anderen Religionsgemeinschaften sind in Aussicht genommen.

Auch in diesem Jahr hat der Eine-Welt-Kreis die Gestaltung des von den Gemeinden St. Raphael und St. Vitus gemeinsam begangenen Missio-Sonntags vorbereitet und durchgeführt. Zur Messfeier und dem sich an das gemeinsame Essen im St. Vitus-Haus anschließenden Vortrag über die Situation der Kirche in Bolivien konnten Frau und Herr Aperdannier gewonnen werden, die bis zum vergangenen Jahr 5 Jahre lang in El Alto, der Armenstadt oberhalb der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Landeshauptstadt La Paz, eine katholische Gemeinde aufgebaut und betreut haben. In ihrem lebhaften und durch Dia veranschaulichten Vortrag zeigten sie die Schwierigkeiten aber auch die Möglichkeiten und die Freude auf, durch Übernahme der einheimischen Lebensweise und vorbildliche Uneigennützigkeit Frauen- sowie Kinder- und Jugendgruppen zu gründen und zur selbstständigen Weiterarbeit zu bringen. Dies erforderte deshalb viel Engagement, weil die aus allen Landesteilen zugezogene, fast ausschließlich ländliche Bevölkerung erst zur Kontaktaufnahme untereinander und zu vertrauensvoller Gemeinschaft geführt werden muss. Die gesellschaftliche Arbeit und die gesundheitliche Versorgung der Menschen in der Gemeinde erfordert erhebliche Geldmittel, die sich die Mitarbeiter - wie ihren Lebensunterhalt - selbst beschaffen müssen. Der Kreis hat darum beschlossen, den Reinerlös aus dem gemeinsamen Essen - 340 - der Nachfolgerin der Familie Aperdannier, Franziska Schilliger, zu überweisen. Wir danken für die rege Teilnahme und die gegebenen Spenden. Solche nehmen wir auch jetzt noch gerne entgegen. Bitte überweisen Sie Spenden auf das Konto der Pfarrgemeinde St. Vitus Nr. 501603 bei der Sparkasse Heidelberg (BLZ 672 500 20) mit dem Vermerk "Eine-Welt-Kreis". Wenn Sie sich an der Arbeit des Eine-Welt-Kreises beteiligen wollen, sprechen Sie uns zwanglos am Verkaufsstand an.

Dr. Werner Kojetinsky